Schulter

Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Ein besonders sensibler Punkt und die anatomische Ursache der häufigsten Schmerzsyndrome ist das Schulterdach (Acromion, Abb.1).

Die Schulter ist ein Spezialgebiet von Orthopäde und Chirurg Wingenfeld in Bonn

Durch eine Verkalkung am Ansatz der großen Schultersehnen (z.B. Supraspinatussehne) kann es bei Überkopfbewegungen oder schon beim Anheben des Armes zu einem Anstoßen kommen. Der englische Begriff dafür lautet „Impingement“, aus diesem Grund wird das Schulterengpass-Syndrom auch Impingementsyndrom genannt.

Durch das wiederholte Anstoßen kommt es zu einer Entzündung des unterhalb des Schulterdachs gelegenen Schleimbeutels, der infolge der Entzündung weiter anschwillt und das Engpass-Syndrom somit verstärkt.

Ein Engpass-Syndrom ist extrem schmerzhaft; sehr häufig treten die Schmerzen in der Nacht oder den frühen Morgenstunden auf. Ein wahrscheinlicher Grund ist, dass sich während der Ruhephase der Schleimbeutel weiter ausdehnt und der Raum unterhalb des Schulterdaches noch enger wird.

Therapie

Zunächst sollte der Patient sich schonen und nicht steroidale, entzündungshemmende Medikamente einnehmen.

Wenn diese nicht helfen, dann gibt es ein klares therapeutisches Regime, bevor eine OP durchgeführt wird. In mehr als 90 Prozent der Fälle kann ohne Operation geholfen werden.

Injektionen

Unter sterilen Bedingungen können kristalline Kortikoide in den Raum eingebracht werden. Bevor die Kortikoid-Injektionen verabreicht werden, wird im Rahmen der ersten Konsultation eine Testinjektion mit einem Lokalanästhetikum durchgeführt. Sollte es nach dieser Testinjektion zu einer Besserung kommen, können weitere Injektionen folgen. Allerdings sind maximal drei dieser Behandlungen erlaubt, um die umgebenden Sehnen nicht zu stark zu schädigen.

Needling

Die Needling-Therapie wird ausschließlich durchgeführt, wenn ein Kalkdepot in der Schulter nachgewiesen werden kann (siehe Abbildung 1).

Unverständlicherweise wird das Needling in Deutschland sehr selten angewendet – obwohl es häufig eine Operation erspart, exzellente Langzeitergebnisse hat und unmittelbar wirkt. Ein Grund mag sein, dass das Needling für den behandelnden Arzt sehr aufwendig ist und viel Zeit beansprucht.

Bevor eine Operation mit allen Folgen (insbesondere dem postoperativen Arbeitsausfall von häufig drei Monaten) geplant wird, sollte die Möglichkeit des Needling aber angesprochen werden.

Das Needling ist eine Selbstzahlerleistung.

Hier finden Sie weitere Informationen zu dieser Therapie:

  • http://www.dr-gross.de/schulterzentrum-saar/haeufige-fragen-zur-ultraschallgestuetzten-needle.html
  • http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/gelenkschmerzen/news/gelenkschmerz-schnelle-hilfe-fuer-kalkschulter_aid_412700.html
Stoßwellentherapie

Die Stoßwellentherapie des Schulterengpass-Syndromes ist ein schonendes, nahezu risikofreies Verfahren mit guten bis sehr guten Erfolgsaussichten. Die aktuellen Studien belegen eine dauerhafte Heilungsrate von mehr als 80 Prozent. Die Stoßwellentherapie hilft, Operationen zu vermeiden, geht nicht mit einem Infektionsrisiko einher und wird ambulant durchgeführt.

Zwar bedeutet die Behandlung einen gewissen zeitlichen Aufwand. Dafür entfällt jedoch die postoperative Rekonvaleszenz von mehreren Wochen oder sogar Monaten, die bei einer Operation zu erwarten ist. Die Kosten der Stoßwellentherapie werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Primärer Wirkmechanismus: Hemmung der stets um die Verkalkung bestehenden Entzündung, insbesondere der entzündlich bedingten Veränderung des Schleimbeutels unter dem Schulterdach

Wissenschaftlicher Nachweis: positiver Effekt wissenschaftlich eindeutig belegt, langfristiger Behandlungserfolg gleich gut wie bei der arthroskopischen, operativen Entfernung des Kalkdepots; der Operation überlegen, da keine Nebenwirkungen und kein Arbeitsausfall

Durchschnittliche Anwendungshäufigkeit: drei bis fünf Einheiten (= drei bis fünf Wochen)
Wirkungseintritt: sechs bis zwölf Wochen nach Behandlungsbeginn

Wissenschaftliche Studien von hoher Relevanz zu diesem Thema:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2657331/


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